Zwischen Leben und Tod: PIM1-Kinase Inhibitoren zur Krebstherapie?

Zwischen Leben und Tod: PIM1-Kinase Inhibitoren zur Krebstherapie?

Teilnahme am 41. Erfinderlabor

Vom 16. bis 21. August 2026 hatte ich die tolle Gelegenheit, am Erfinderlabor des Zentrums für Chemie (ZFC) in Marburg teilzunehmen. Den Platz dort hatte meine Chemie-LK-Lehrerin Frau Zipf-Breuer mir bereits im Frühjahr vermittelt, weshalb die Vorfreude bei der Anreise entsprechend groß war.

Sonntagnachmittag trafen wir insgesamt 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Hessen uns im Chemikum Marburg zum ersten Kennenlernen und einer allgemeinen Vorstellung der Inhalte der kommenden fünf Tage. Nach dem Einchecken in unsere Unterkunft konnten die bei der Anfangsveranstaltung begonnen Gespräche bei einem gemeinsamen Abendessen fortgesetzt werden.

Montagmorgens ging es dann endlich los: Wir durften bei einer Führung durch die Produktions- und Forschungsanlage der aenova die Abläufe und verschiedenen Karrierewege in einem Pharmaunternehmen kennenlernen. Danach hatten wir noch die Möglichkeit, die Mitarbeitenden beim Mittagessen über ihre einzelnen Berufe auszufragen. Frisch gestärkt haben wir uns auf den Weg zum Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie gemacht, wo uns Prof. Dr. Bode, der Direktor dieses MPI, einen Teil der Forschung des Instituts vorgestellt hat. Auch hier konnten wir Einblicke in die – insbesondere technischen – Möglichkeiten moderner Forschung gewinnen. Der Tag endete mit einem kurzen Treffen mit den Doktorandinnen und Doktoranden der Universität Marburg, die uns in den eingeteilten Gruppen ab Dienstag bei unserer Forschung betreuen sollten.

Unsere Gruppe (wir waren immer zu viert) fuhr von Dienstag bis Donnerstag jeden Morgen auf die Lahnberge ins Zentrum für Tumor- und Immunbiologie. Wir hatten nämlich als Thema die Entwicklung spezifischer Protein-Inhibitoren zur Krebstherapie zugeteilt bekommen, wovon wir angesichts der gesellschaftlichen Relevanz dieses Themas von Anfang an begeistert waren! In den folgenden drei Tagen setzten wir uns also damit auseinander, einen Inhibitor (Hemmstoff) für die PIM1-Kinase, ein bei einigen Krebsarten für das Tumorwachstum verantwortliches Protein, zu entwickeln und zu synthetisieren. Die besondere Schwierigkeit beim Design eines solchen Wirkstoffes ist, dass es in unserem Körper zahlreiche Proteine mit ähnlichen Funktionen und ähnlichem Aufbau gibt, welche nicht in ihrer Funktion beeinträchtigt werden sollten. Daher arbeiteten wir mit einem Molekül, das durch Simulation bereits fertig designt worden war und nun synthetisiert werden musste. Doch wie das in der Forschung nun mal oft so ist, hat unsere Synthese nicht beim ersten Mal funktioniert; schließlich wollten wir auch einen Stoff herstellen, den es vorher noch nie gab. So konnten wir nicht nur in die Forschung an sich, sondern auch in ihre real auftretenden Schwierigkeiten Eindrücke erlangen und mithilfe unserer Betreuer ein Verfahren entwickeln, mit dem wir immerhin fast 50 % Reaktionsumsatz erreichten. Auf dem Weg dorthin lernten wir den Umgang mit fortschrittlicher Labortechnologie wie beispielsweise der Kernspinresonanzspektroskopie (1H-NMR) oder synthesechemischen Verfahren kennen. 

Während wir die ersten Abende alle gemeinsam verbracht haben, um uns besser kennenzulernen und Kontakte auch für nach dem Erfinderlabor zu knüpfen, stand am Donnerstag die Erstellung einer Präsentation unserer Ergebnisse für die Abschlussveranstaltung am Freitag an. Dort hielten alle vier Gruppen einen Vortrag über die Erkenntnisse und Methoden ihrer Forschung vor einem Publikum aus Angehörigen, Wissenschaftlerinnen sowie Politikern. Nach den spannenden Einblicken in die Forschungsarbeiten der anderen Gruppen (Stammzellenforschung, Bakteriophagen, Wirkstoffoptimierung) mussten wir uns nach einer tollen Woche voller bereichernder Erlebnisse schweren Herzens voneinander verabschieden und die Heimreise antreten.

Vielen Dank an das Team des ZFC für die Organisation sowie Moritz Klöpper und Finn Wollenhaupt für die Betreuung im Labor; es war eine wunderbare Woche!

David Fehrenbacher, Q3

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