„Mens sana in corpore sano“
( „ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ )

Der vom römischen Dichter Juvenal (60-140 n.Chr.) vor fast 2000 Jahren vermutlich ironisch gemeinte Spruch „Mens sana in corpore sano“ enthält doch ein Stück Wahrheit. Wissenschaftler haben es längst bewiesen, dass Bewegung gesund ist und in unserer heutigen Gesellschaft oft zu kurz kommt. Besonders in der Schule ist der Alltag der Jugendlichen immer bewegungsärmer geworden und die Schüler sitzen im Rahmen des verkürzten Abiturs (G8) immer länger im Unterricht. „Sport ist nicht das wichtigste Fach, aber das einzige Bewegungsfach und deswegen doch sehr wichtig!“

Gerade in der heutigen Zeit besteht die Gefahr, dass Bildung auf ein rein technologisches Verständnis reduziert wird. Besonders in der Schule ist es wichtig eine leibbezogene bewegte Bildung zu vermitteln. Spiel, Bewegung und Sport bieten zahlreiche Chancen, Anreize und Herausforderungen für die Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeit von Schülern. Sport kann nachhaltig die persönliche Lebensgestaltung – unter den sinnlichen, gesundheitlichen und sozialen Perspektiven – beeinflussen und zu einem vertrauten Umgang mit dem eigenem Körper und der bewegten Gestaltung des eigenen Umfelds beitragen. Somit können nach LAGING (Neues Taschenbuch des Sportunterrichts Bd I , 2001) sechs Bildungsaufgaben für den Sportunterricht entstehen:

  • Vermittlung einer Kompetenz zum verantwortungsbewussten und sinneserfahrenen Umgang mit dem eigenen Körper (Bildungsaufgabe: Körpererfahrung)
  • Vermittlung einer Kompetenz im Umgang mit den vielsinnigen und vieldeutigen Bewegungsmöglichkeiten des Menschen (Bildungsaufgabe: Bewegungserfahrung)
  • Vermittlung einer Lebenweltsorientierung im Sinne kritisch-konstruktiver Auseinandersetzung mit der Lebensumwelt zur Verbesserung der eigenen Bewegungs- und Sportmöglichkeiten (Bildungsaufgabe: Umwelterfahrung)
  • Vermittlung eines am individuellen Vermögen orientierten Bewegungskönnens im Sinne der Möglichkeiten des ausdifferenzierten Sports (Bildungsaufgabe: Könnenserfahrung)
  • Vermittlung von leiblichen Sozialbezügen zur Entwicklung eines körperbezogenen sozialen und friedvollen Umgangs miteinander (Bildungsaufgabe: Sozialerfahrung)
  • Vermittlung von Wohlbefinden und Gesundheit durch körperliche Aktivität als Beitrag einer umfassenden Gesundheitserziehung (Bildungsaufgabe: Gesundheitserfahrung)

Die Schülerinnen und Schüler können im Sportunterricht des LGG in unterschiedlichen Bewegungsfeldern Erfahrungen sammeln oder bereits vorhandene Bewegungsmuster verbessern und ausbauen. Die Bewegungsfelder setzen sich hierbei aus bewegungspädagogischen Kategorien zusammen, denen normierte Sportarten zugeordnet werden können.

  • Laufen, Springen, Werfen (z.B. leichtathletische Disziplinen)
  • Bewegen im Wasser (z.B. Schwimmen in verschiedenen Lagen, Tauchen, Rettungsschwimmen, Wasserball)
  • Bewegen an und mit Geräten (z.B. Turnen an Geräten, Partnerakrobatik)
  • Bewegung gymnastisch, rhythmisch und tänzerisch gestalten (z.B. moderner Tanz, Aerobic, Gymnastik, Ballkorobics)
  • Fahren, Rollen, Gleiten (z.B. Skilauf, Snowboardfahren, Inline-Skating)
  • Mit / gegen Partner kämpfen (z.B. Judo, Ringen, Kontaktsportarten)
  • Spielen (z.B. Zielschussspiele – Basketball, Hockey, Fußball oder Endzonenspiele – Rugby, Ultimate oder Rückschlagspiele – Volleyball, Tischtennis)
  • Den Körper trainieren, die Fitness verbessern (z.B. Kraft- und Ausdauertraining)

Der Schule stehen als Sportstätten die altehrwürdige Turnhalle (große Aula), die Felsinghalle, sowie das Außengelände der TSG zur Verfügung. Die stundenplanabhängige Zuweisung der jeweiligen Sportstätte und das schulinterne Curriculum des Fachbereichs Sport, sowie das Vorhandensein der erforderlichen Geräte bestimmen die konkrete Planung und Umsetzung der Bewegungsangebote in den einzelnen Klassen.